Therapien

Durch das RI OkuStim® Gerät werden die Augen mit einem schwachen elektrischen Strom stimuliert. Dies geschieht über die RI OkuEl® Elektroden, die mithilfe der RI OkuSpex® Brille an der Augenoberfläche gehalten werden. Die Stimulation findet bei geschlossenen Augen statt. Die Therapieparameter werden zuvor vom Arzt ermittelt und eingestellt.
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Die Therapie mit dem RI OkuStim® bietet die Chance den Verlauf der Erkrankung zu verlangsamen. Dies kann sich darstellen als:

  • Verlangsamung des Fortschreitens des Gesichtsfeldverlustes
  • Verbesserung der Zellaktivität. Die Zellaktivität wird mittels eines Elektroretinogramms (ERG) gemessen. Eine erhöhte Zellaktivität bedeutet unter anderem eine gestärkte Reaktion der Zellen auf Lichtreizungen. Dies kann für eine höhere Anzahl von Zellen stehen, die am Seheindruck beteiligt sind, was wiederum eine positive Auswirkung auf das Gesichtsfeld bedeuten kann.
  • Verbesserung der Sehschärfe

Wie bei allen Therapien und Medikamenten profitieren Patienten unterschiedlich von der Therapie mit dem RI OkuStim®.

Die Therapie wird einmal pro Woche für 30 Minuten durchgeführt. Diese Therapie zielt darauf ab, den Verlauf der Erkrankung zu verlangsamen, daher handelt es sich um eine Dauertherapie. Die Dauer richtet sich nach ihrem erkennbaren Nutzen.

Forschungsergebnisse belegen, dass die Aktivierung mehre¬rer sogenannter neuroprotektiver Wachstumsfaktoren an der Netz¬haut – mittels Elektrostimulation – einen zellerhaltenden Effekt auf die absterbenden Netzhautzellen hat. Somit kann die Auflösung betroffener Zellen verringert werden. Beides trägt zum Ziel bei, eine längere Funktion der noch vorhandenen Zellen zu ermöglichen.

Ziel der Therapie ist es, die Zellaktivität zu erhalten. Dies ist nur möglich, solange die Sehzellen noch eine Restfunktion haben. Somit sollte mit der Therapie möglichst in einem frühen Stadium der Retinitis pigmentosa begonnen werden. In der Praxis hat sich gezeigt, dass bei Gesichtsfeldern von bis zu 5° noch ein Therapieeinstieg möglich sein kann. Die Therapie kommt u. a. nicht in Frage, wenn Wachstumsprozesse im Auge stattfinden (wie z. B. ein Makulaödem). Bitte wenden Sie sich an eines der RI Kompetenzzentren für eine persönliche Untersuchung und Beratung.
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Die erhobenen Daten und Ergebnisse liegen bisher ausschließlich für Retinitis pigmentosa vor. Die Prüfung der Wirkungsweise bei anderen Augenerkrankungen wie z. B. den Makuladegenerationen AMD und Morbus Stargardt muss in zukünftigen Studien erfolgen.
Eine Behandlung anderer vererbbarer Netzhautdystrophien wie Zapfen-Stäbchen-Dystrophie, Chorioideremie oder Usher-Syndrom ist im Einzelfall mit dem behandelnden Arzt zu klären.

 

Die Therapie wurde in Studien bislang  nur bei volljährigen Patienten angewandt. Es liegen keine Daten bei minderjährigen Patienten vor.

Schmerzen entstehen bei der Anwendung mit RI OkuStim® in der Regel nicht. Es wird bei der Stimulation empfohlen, ggf. mit etwas Tränenersatzmittel nachzuhelfen, sollten Patienten subjektiv auf den Elek¬trodenfaden reagieren oder sollte eine mechanische Reizung bzw. Rötung auftreten. Derartige Nebenwirkungen sind in der Regel auf die Anwendungsdauer beschränkt und halten nicht länger als bis wenige Stunden nach Therapieende an.

Die Kosten für die Therapie und die RI OkuStim® Produkte trägt der Patient. Jedoch kann eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse im individuellen Einzelfall beantragt werden. Ein Leistungsanspruch besteht derzeit nicht.
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Ja, die RI OkuStim® Produkte sind rezeptpflichtig. Sie erhalten diese beim RI OkuStim®-zertifizierten Low-Vision-Optiker nach Vorlage des Originalrezepts.
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