Kostenerstattung 2018/19 für subretinales Netzhautimplantat Alpha AMS

Erfolgreiche NUB-Entgeltverhandlungen 2018 zwischen Krankenkassen und RI Implantationszentren

(Reutlingen) – Auch 2018 haben sich mehrere Kliniken mit den regionalen Vertretern der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) auf ein NUB-Entgelt für unser subretinales Netzhautimplantat RI Alpha AMS  im Rahmen der „Neuen Untersuchungs- und Behandlungsmethoden (NUB)“ geeinigt. Für Patienten mit der unheilbaren Netzhauterkrankung Retinitis pigmentosa (RP) heißt das, dass sie in spezialisierten RI Implantationszentren in Dresden, Hamburg, Kiel, München, Sulzbach, Stuttgart, Tübingen sowie weiteren Kliniken behandelt werden können und die Krankenkassen die Methode grundsätzlich anerkennt.

Das NUB-Verfahren soll die Einführung von Innovationen im Gesundheitswesen in Deutschland fördern, denn diese NUBs können nicht über das Fallpauschalen-System abgerechnet werden. Die Erstattung von NUB muss jährlich bis Ende Oktober des vorhergehenden Jahres beim „Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus“ (InEK) durch die Kliniken beantragt werden. Die RI Implantationszentren erhielten vom InEK Anfang des Jahres die „Status 1“- Mitteilung und durften daraufhin mit den regionalen Kostenträgern die NUB-Entgelte vereinbaren. Diese Verhandlungen wurden nun erfolgreich abgeschlossen und ein wichtiger Schritt im NUB-Verfahren in Bezug auf Kostenübernahme der Methode durch die GKV ist damit erreicht.

RI Implantationszentren in Deutschland
In Deutschland haben sich wieder mehrere Häuser mit regionalen Vertretern der gesetzlichen Krankenkassen über die Höhe eines NUB-Entgelts geeinigt. Auf dieser Grundlage können sie das subretinale Netzhautimplantat RI Alpha AMS für Patienten mit RP im Spätstadium grundsätzlich implantieren und erhalten eine Kostenerstattung.
Erfolgreiche Verhandlungen fanden unter anderem statt am
•    Städtischen Klinikum Dresden-Friedrichstadt,
•    der Universitäts-Augenklinik Hamburg-Eppendorf,
•    der Klinik für Ophthalmologie der Universiät Kiel,
•    der Augenklinik des Klinikums der Universität München,
•    der Augenklinik Sulzbach/Saar,
•    am Katharinenhospital Stuttgart,
•    an der Universitäts-Augenklinik Tübingen.

Diese und weitere Kliniken sind zertifizierte RI Implantationszentren mit jeweils sehr erfahrenen Netzhautchirurgen.

Erbliche Netzhauterkrankungen, wie beispielsweise Retinitis pigmentosa, sind unheilbar und führen im Endstadium zur vollständigen Erblindung. Sie gehören zwar zu den seltenen Erkrankungen, aber allein in Deutschland sind über 20.000 Menschen davon betroffen. Das subretinale Netzhautimplantat RETINA IMPLANT Alpha AMS kann Blinden, die an Retinitis pigmentosa erkrankt sind, einen Teil ihres Sehvermögens zurückgeben. Das heißt, Patienten können beispielsweise Lichtquellen wahrnehmen.

Weil Netzhautimplantate das funktionelle Sehen teilweise wieder herstellen können wurden diese im November 2017 vom Berufsverband der Augenärzte DE (BVA) & Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) als Therapieoption in die Leitlinie #25 (Hereditäre Netzhaut-, Aderhaut- oder Sehbahn-Erkrankungen) aufgenommen. Dies zeigt die Anerkennung der Methode durch die Fachärzteschaft. Mit der Kostenerstattung durch die GKV und die Aufnahme in die Leitlinie #25 durch die BVA/DOG ist ein wichtiger Schritt für RP-Patienten in Deutschland erreicht.