Frankreich: Startschuss für die Studie im Rahmen des „Forfait Innovation“ erfolgt

Kostenerstattung: Netzhautimplantat für Patienten mit degenerativen Netzhauterkrankungen

(Reutlingen, Deutschland / Montpellier, Poitiers, Frankreich) – Anfang Juni 2018 erteilte die französische Verwaltungsbehörde für Gesundheitsversorgung „Direction générale de l'offre de soins“ (DGOS) die Zusage für die Kostenübernahme des subretinalen Netzhautimplantats RETINA IMPLANT Alpha AMS. Die oberste französische Gesundheitsbehörde Haute Autorité de Santé (HAS) hatte den „Forfait Innovation“ - Antrag der Retina Implant AG auf Nutzenbewertung ihres Implantats bereits im vergangenen Jahr bewilligt. Wenn die nun gestartete nationale Studie erfolgreich abgeschlossen wird, kann das Implantat in den Leistungskatalog der Krankenkassen in Frankreich übernommen werden. Die ersten Operationen werden an der Universitätsklinik Poitiers und der Clinique St Jean in Montpellier durchgeführt. Für die französischen Patientenverbände ist dies ein wichtiger Schritt bei der Behandlung bislang unheilbarer degenerativer Netzhauterkrankungen wie beispielsweise Retinitis pigmentosa (RP).
Das französische Programm „Forfait Innovation“ evaluiert innovative Technologien für das Gesundheitssystem, um sie für die Patientenversorgung in Frankreich zugänglich zu machen. In den kommenden Jahren übernimmt es für 40 Patienten mit degenerativen Netzhauterkrankungen wie RP die Kosten für das Netzhautimplantat RETINA IMPLANT Alpha AMS. Mit dem subretinalen Netzhautchip der Retina Implant AG aus Reutlingen können Patienten Lichtquellen wahrnehmen und sich beispielsweise wieder im Raum orientieren. Der Studienleiter Prof. Nicolas Leveziel vom Zentrum für Augenheilkunde der Universitätsklinik CHU in Poitiers und der staatlichen Forschungs- und Entwicklungseinrichtung INSERM ist überzeugt: „Das Außergewöhnliche an dem Implantat ist, dass es blinden oder fast blinden Patienten ein funktionelles Sehvermögen teilweise wiederherstellen kann, ohne eine externe Kamera zu benötigen. Das technologische Entwicklungsniveau des Implantats ist beeindruckend und es ist aktuell eine große Hoffnung für blinde RP-Patienten.“ Auch für den französischen Patientenverband Retina France ist die Studie ein wichtiger Schritt zur Behandlung der bislang unheilbaren Netzhauterkrankung. Präsident Eric Moser: „Seit 1984 unterstützt Retina France unermüdlich die ophthalmologische Forschung. Die Bestrebungen, einen Netzhautchip zu implantieren, schienen bis vor 20 Jahren noch völlig utopisch. Heute gibt es blinde Patienten, die bereits erfolgreich implantiert wurden.“
Das Unternehmen Retina Implant AG trägt die Kosten für eine begleitende Studie, die den Einfluss des Implantats auf das tägliche Leben der Teilnehmer untersucht. „Dafür werden erstmals validierte und speziell angepasste Aufgaben, die Aktivitäten des täglichen Lebens nachempfunden sind, eingesetzt. Weiter geben sogenannte Patient Reported Outcome-Fragebögen Auskunft über die persönliche Erfahrung der Patienten mit dem Implantat“, erklärt Jürgen Klein, Vorstand Marketing und Vertrieb der Retina Implant AG. „Es ist wichtig, neben den klinischen Messungen des Sehvermögens den praktischen Nutzen des Implantats im Alltag zu untersuchen. Dazu gehört neben den genannten Aufgaben beispielsweise auch, ob ein Patient in der Lage ist, sich ohne fremde Hilfe in unbekannter Umgebung zu orientieren.“

Kontaktadressen für Patienten, die an der Studie teilnehmen möchten:

Centre Hospitalier Universitaire de Poitiers:
Prof. Nicolas Leveziel
Mme Emilie Bedue, Tel: +33 5 49 44 31 65
Mme Mélodie Omar, Tel: +33 5 49 44 36 46

Clinique Saint-Jean de Montpellier:
Dr. Pierre-André Duval
Tel: +33 6 88 63 08 07
E-Mail: montpellier@retine.tech