Erprobung der Transkornealen Elektrostimulation bei Retinopathia Pigmentosa beschlossen

Zur Transkornealen Elektrostimulation (TES) bei Retinopathia Pigmentosa hat der G-BA die Voraussetzungen für eine Erprobungsstudie geschaffen. Infolge eines positiv beschiedenen Erprobungsantrags des Herstellers eines entsprechenden Stimulationsgeräts und dessen Zustimmung, die Kosten der Erhebung und Auswertung der Studiendaten zu tragen, beschloss der G-BA am 20. Juli 2017 hierzu eine Erprobungsrichtlinie. Darin sind die Eckpunkte der geplanten Erprobungsstudie zum Beispiel zur Zielpopulation, zur Vergleichsintervention und zu Studientyp und -laufzeit festgelegt. Durchführung und Auswertung dieser Studie werden von einer unabhängigen wissenschaftlichen Institution übernommen, die im Rahmen einer öffentlichen Ausschreibung ermittelt wird. Bei dieser Auswahlentscheidung und auch bei der späteren Begleitung der Studie wird der G-BA vom Projektträger Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR) unterstützt, der nach einem europaweiten Ausschreibungsverfahren vom G-BA entsprechend beauftragt wurde.

Bei der Retinopathia Pigmentosa handelt es sich um eine durch Vererbung oder spontane Mutation entstehende Netzhautdegeneration, bei der die Photorezeptoren unwiederbringlich zerstört werden. Die Erkrankung führt in den meisten Fällen zur Erblindung. Der Einsatz der TES zielt darauf ab, durch die elektrische Reizung der Netzhaut mittels einer Hornhautelektrode die Zerstörung der Sinneszellen zu verlangsamen und somit die Sehleistung der Betroffenen länger zu erhalten.