Augenklinik Basel: Spezialsprechstunde mit Therapieangebot bei Retinitis pigmentosa

Neues Kompetenz- und Therapiezentrum für RP-Patienten in Basel, Schweiz

(Reutlingen/Basel) Die Augenklinik des Universitätsspitals Basel ist ein neues Kompetenz- und Therapiezentrum für Menschen, die an Retinitis pigmentosa (RP) leiden.
Erstmals können Patienten mit Netzhauterkrankungen in der deutschsprachigen Schweiz eine Spezialsprechstunde für degenerative Netzhauterkrankungen wahrnehmen. Hier wird auch die Transkorneale Elektrostimulation (TES) angeboten. Diese bietet Betroffenen die Chance, dass sich ihr Krankheitsverlauf verlangsamen lässt. In Kooperation mit der Reut-linger Retina Implant AG, die innovative RP-Therapien entwickelt, können Patienten mit einem ausreichenden Restsehvermögen, sich hier informieren und erste Untersuchungen durchführen lassen.

Für Menschen, die infolge der seltenen degenerativen Netzhauterkrankung Retinitis pigmentosa ihr Augenlicht verlieren, gibt es wenige Behandlungsangebote. Ein von der Retina Implant AG entwickelter Therapieansatz eröffnet RP-Patienten jedoch die Möglichkeit, den Krankheitsverlauf zu verlangsamen: die Transkorneale Elektrostimulation (TES). Durch Elektrostimulation werden mehrere so genannte neuroprotektive Wachstumsfaktoren aktiviert, die einen zellerhaltenden Effekt in der Netzhaut bewirken. Die Therapie kann mithilfe des RI OkuStim® Systems nach einer sachkundigen Einweisung an einem Kompetenzzentren zu Hause angewendet werden. Nebst der Augenklinik des Universitätsspitals Basel wird die Therapie in der französischsprachigen Schweiz angeboten, am Hôpital ophtalmique Jules-Gonin in Lausanne.

Neuerdings erfolgt diese Einweisung durch geschulte Ärzte auch an der Augenklinik des Universitätsspitals Basel. Prof. Scholl leitet das neue Kompetenzzentrum und bietet im Rahmen der Spezialsprechstunde für Netzhauterkrankungen die Therapie an. „Die TES-Therapie ist eine der seltenen Chancen für die Behandlung von RP-Patienten mit Restsehvermögen, deren Wirksamkeit in klinischen Studien belegt wurde 1, 2.“, erklärt der Chefarzt der Augenklinik. „Der Therapie gehen Erstuntersuchung, Diagnose und weiteren Kontrolluntersuchungen hier im Kompetenzzentrum voraus. Anschließend können die Patienten die Therapie selbstständig zu Hause durchführen. Wenn gewünscht leisten wir Hilfestellung, stellen die Geräte ein und stehen immer als Ansprechpartner zur Verfügung.“

Kontakt für Betroffene:
Universitätsspital Basel - Augenklinik
Mittlere Strasse 91
CH - 4031 Basel
Prof. Dr. H. Scholl
Terminvergabe:
Phone: + 41 (0) 61 265 87 87
Email: mr-koordination@usb.ch

Für Informationen zum Angebot der TES Therapie spezifisch in der Schweiz und Lichtenstein kann Herr Andreas Zeller der Mediconsult AG, Partner der Retina Implant AG, Auskunft geben. Herr Zeller ist zu erreichen über Telefon (+ 41 (0) 71 / 454 7108) oder Email (azeller@mediconsult.ch).

Weitere Informationen finden Sie auch unter: Medinside und unispital basel / barfi





 

1 Schatz A, Röck T, Naycheva L, Willmann G, Wilhelm B, Peters T, Bartz-Schmidt KU, Zrenner E, Messias A, Gekeler F: Transcorneal Electrical Stimulation for Patients with Retinitis pigmentosa: A Prospective, Randomized, Sham-Controlled Exploratory Study. Invest Ophthalmol Vis Sci. 2011; 52: 4485-4496.

2 Schatz A, Pach J, Gosheva M, Naycheva L, Willmann G, Wilhelm B, Peters T, Bartz-Schmidt KU, Zrenner E, Messias A, Gekeler F: Transcorneal Electrical Stimulation for Patients with Retinitis Pigmentosa: A Prospective, Randomized, Sham-Controlled Follow-up Study Over 1 Year. Invest Ophthalmol Vis Sci. 2017; 58: 257-269