Ein Implantat, drei Elemente

Ein Implantat, drei Elemente

RETINA IMPLANT Alpha AMS Chip Implantat

Das Implantat

Unterschiedliche Krankheitsbilder führen dazu, dass die Photorezeptoren der Netzhaut ihre Funktion verlieren und absterben. Die innere Netzhaut und der Sehnerv bilden aber noch eine intakte Verbindung zum Gehirn und verlieren ihre Funktion nicht. Dieses Krankheitsbild findet sich auch bei der Retinitis pigmentosa. Durch die nicht mehr vorhandenen Photorezeptoren kann die Netzhaut nicht mehr durch Licht angeregt werden und es können somit keine Bildinformationen an den Sehnerv weitergeleitet werden. Das subretinale Implantat RETINA IMPLANT Alpha AMS kann die Funktion der degenerierten Photorezeptoren durch elektrische Stimulation der Netzhaut in geringem Umfang ersetzen. Dadurch können wieder Informationen über den Sehnerv an das Sehzentrum des Gehirns übermittelt und somit Seheindrücke hervorgerufen werden. Der Chip hat eine Größe von nur 3,2 x 4 mm und eine Höhe von 70 µm. Er ist mit 1600 Photodioden besetzt, welche das einfallende Licht in elektrische Signale umwandeln. Diese Signale werden verstärkt und über Elektroden in die noch funktionsfähigen signalverarbeitenden Netzhautschichten weitergegeben. Von dort geht das Signal dem natürlichen optischen Weg folgend über den Sehnerv in den Bereich des Gehirns (visueller Kortex), wo die eingehenden Informationen interpretiert und Seheindrücke abgebildet werden. Durch die Platzierung unter der Netzhaut können die natürlichen Blickbewegungen und Blickrichtungen des Auges genutzt werden. Eine spezielle Kamera zur Bildaufnahme außerhalb des Auges ist nicht erforderlich.

RETINA IMPLANT Alpha AMS Empfänger und Steuergerät

Der Empfänger und das Steuergerät

Der in das Auge implantierte Teil des RETINA IMPLANT Alpha AMS verfügt weder über Batterien noch andere Stromquellen. Deshalb bedarf es einer externen Stromversorgung. In einem 15 cm x 9,2 cm x 2,8 cm großen Handgerät, das in der Hand gehalten wird oder in der Jackentasche verborgen werden kann, befinden sich Batterien und eine elektronische Schaltung, die in der Sendespule (Transponder D) ein magnetisches Wechselfeld erzeugt. Dadurch wird Energie durch die Haut hindurch induktiv auf die hinter dem Ohr im Schädelknochen implantierte Empfängerspule übertragen, solange die Sendespule magnetisch an die Empfängerspule angekoppelt ist. Der in der Empfängerspule erzeugte Strom wird über ein Kabel, das unter der Haut zur Schläfe verläuft, an den Augapfel herangeführt. Über ein dünnes Leiterbändchen wird der Strom durch die Augenwand (Lederhaut) zum Mikrochip unter der Netzhaut weitergeleitet. So kann der Mikrochip schließlich angeschaltet und betrieben werden.

RETINA IMPLANT Alpha AMS Steuergerät

Helligkeit und Kontrast regeln

Über das Handgerät kann der Patient mit zwei Reglern die Helligkeit und den Kontrast des Signals an die Umgebungshelligkeit anpassen.