Cornelia R.

Wie hat sich der Krankheitsverlauf bei Ihnen geäußert?

Bereits im frühen Kindesalter erhielt ich die Diagnose Retinitis pigmentosa. Mit elf wusste ich, dass irgendwann die Erblindung kommt. Aufgrund der Seheinschränkungen musste ich eine Klasse wiederholen, weil ich Probleme hatte, die Worte an der Tafel zu erkennen. Nach der achten Klasse musste ich dann die Schule abbrechen. Ich arbeitete im Nachbarort als Reinigungsfachkraft. Das war schwierig, doch ich habe nie aufgegeben. Bereits mit starken Seheinschränkungen habe ich meine Tochter groß gezogen und mich um meinen Enkel gekümmert. Ein paar Jahre später kam die vollständige Erblindung. Ich musste leider meine Arbeit aufgeben. Meine Tochter und meine Enkelkinder kann ich seit über 10 Jahren nicht mehr sehen.

Warum fiel die Wahl auf das RETINA IMPLANT Alpha AMS?

Das war für mich keine Frage. Als ich im Fernsehen von der Möglichkeit des Implantates hörte, habe ich mir gedacht: Das musst du machen! Ich hab nichts zu verlieren. Ich kann nur gewinnen. Dann ging alles sehr schnell. Innerhalb weniger Wochen hatte ich einen Termin bei einem Spezialisten in Berlin, dann fuhr ich zwei Monate später nach Tübingen und im Spätsommer erfolgte die Implantation.

Wie verlief die Implantation und die Zeit danach?

Die Pflegekräfte und Ärzte haben mich sehr gut betreut. Von der Implantation habe ich aufgrund der Vollnarkose nichts mitbekommen. Am nächsten Morgen war ich schon kurz nach sechs Uhr auf den Beinen. Ich hatte nur Hunger und Durst. Mir ging es wunderbar. Ich bin schon wieder herumgelaufen, als wenn nichts passiert wäre.

Was hat das Implantat bei Ihnen bewirkt?

Hoffnung. Jahrelang musste ich mir immer wieder anhören: „Es gibt nichts. Es gibt nichts. Es gibt nichts. Für dich besteht keine Hoffnung.“ Dann hörte ich von dem Implantat. Als das Gerät eingeschaltet wurde, und sich die ersten Seheindrücke einstellten – wie eine Neonleuchte im Dunkeln – habe ich mich gefreut, wie ein kleines Kind.
Ich konnte im Fernsehen verfolgen, wenn sich etwas bewegt hat, Fenster lokalisieren. Heute mache ich das Implantat fast täglich an, wenn ich zum Beispiel beim Fenster putzen bin oder die Wäsche mache, um mit dem System zu trainieren.

Inwiefern können Sie das Retina Implantat empfehlen?

Ich folge der Devise: Nicht aufgeben. Immer weiter machen. Auch kleine Schritte führen zum Ziel. Ich weiß, dass es besser wird. Auch wenn es mit dem Implantat kleine Schritte waren, kann ich empfehlen, es zu nutzen. Ich habe ja selber gemerkt, dass es mir in meinem Alltag helfen kann. Ich finde es wichtig, dass es so etwas wie das Implantat gibt. Damit hätte ich nie gerechnet.